Angebote

  • Leseweisung:

Die Maßnahme wird an der Hochschule München durchgeführt. Die Durchführung  erfolgt auf der Grundlage einer jugendrichterlichen Anordnung oder auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft. Der Anordnung liegt in aller Regel eine Empfehlung der zuständigen Jugendgerichtshilfe zugrunde. Im Rahmen eines ausführlichen Erstgesprächs suchen sich die Jugendlichen aus einer größeren Zahl von Vorschlägen Bücher aus, die zu ihren Interessen und/oder Problemlagen passen (Überblick über Themenbereiche). In Abhängigkeit vom angeordneten Umfang der Maßnahme  lesen die Jugendliche eines oder mehrere der ausgewählten Bücher. Die Lektüre erfolgt nach Möglichkeit zuhause, kann aber bei Unterstützungsbedarf auch an die Hochschule verlagert werden.  In bis zu sechs, manchmal auch mehr Gesprächsterminen  spricht der oder die Jugendliche im Verlauf der Maßnahme mit einem persönlichen Mentor oder einer Mentorin über die gelesenen Bücher unter Herstellung von Bezügen zum eigenen Leben bzw. eigenen Erfahrungen. Ziel der Maßnahme ist es unter anderem, die Jugendliche zum Nachdenken anzuregen, Bildung zu fördern und Interesse am Lesen zu wecken. Die Maßnahme schließt mit einer Abschlussarbeit ab, in der die Inhalte der Bücher und Gespräche in unterschiedlichen kreativen Formen (z.B. Kurzgeschichten, Plakaten, Raps oder Buchobjekten) verarbeitet werden.

  • Lesegruppen:

Die Lesegruppen finden in den Jugendarrestanstalten München und Landshut sowie vereinzelt mit jungen Untersuchungshäftlingen in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim statt. Jede Lesegruppe wird von einem zweiköpfigen Studententeam vorbereitet und gemeinsam mit bis zu sechs Arrestanten abgehalten. Das Angebot setzt sich aus zwei zweistündigen Terminen zusammen, in denen gemeinsam Texte (zumeist Romanauszüge oder Kurzgeschichten)  gelesen und besprochen werden. Die Teilnahme der Jugendlichen am Projektangebot erfolgt auf freiwilliger Basis.

  • Schulschwänzer-Haftverkürzungsprogramm:

Durch Teilnahme an einem speziellen Lektüreprogramm können sich Schulschwänzer in der Jugendarrestanstalt München eine Verkürzung ihrer Haftzeit erarbeiten. Programmbestandteile sind die Bearbeitung eines Textreaders, die selbständige Lektüre eines thematisch passenden Buches aus dem KonTEXT-Bestand sowie die anschließende Besprechung des Buches mit einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin aus dem KonTEXT- Team.

  • Arrest-Bücherei:

Zweimal wöchentlich können sich die Jugendlichen in der Jugendarrestanstalt München Bücher aus der KonTEXT-Bücherei ausleihen. Der Ausleihservice wird vor Ort vom KonTEXT-Team betrieben.

  • Textwerkstätten:

Jugendliche in der Jugendarrestanstalt München erhalten die Möglichkeit, Leseeindrücke oder sonstige Themen im Rahmen einer 2-stündigen kreativen Gruppenarbeit zu verarbeiten.

  • „Bildungsmaßnahmen „Gegen Ausgrenzung für Toleranz“:

In vier zweistündigen Terminen werden Bücher vorgestellt und besprochen, die sich in besonderer Weise zur Förderung von Toleranz gegenüber Andersdenkenden eignen. Das methodische Vorgehen dieses auf die Jugendarrestanstalt München beschränkten Angebots entspricht dem der Lesegruppen. Durch die höhere Zahl von Gruppenterminen ergeben sich jedoch zusätzliche inhaltliche und methodische Gestaltungsmöglichkeiten.

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